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13.01.2012
24.10.2011 von Holger Jurich
Mal eine ganz andere Erfahrung machen, dachte ich mir als Anfang September „Extremausdauersportler“ Sven Riedel zu mir kam und fragte ob ich denn Lust hätte zum Ende der Saison noch einmal so richtig in die Pedale zu treten. Im Klartext hieß das 275 km von Hamburg nach Berlin. Der Audax Club Schleswig-Holstein veranstaltet seit einigen Jahren ein Mannschafts- und Einzelzeitfahren über diese Distanz.
Mit Ronald Bertz, Sigfried Balasus und Henry Bertz hatten wir auch recht schnell unsere volle Mannschaftsstärke erreicht. Leider hatte Henry Bertz drei Wochen vor dem Start einen schweren Radunfall und musste passen. Auf diesem Wege wünschen wir ihm gute Besserung.
Toralf Nützmann füllte spontan diese Lücke und so stand unser Team mit Ronald Bertz, Sigfried Balasus (beide BSC Süd 05),Sven Riedel, Toralf Nützmann, Volkmar Polz von den Wasserfreunden Brandenburg fest.
Der Start war am 15.10.11 in Hamburg-Altengamme. Bevor wir jedoch um 06:51 Uhr bei frostigen -3° in den Nebel rollten gab es noch für alle Teilnehmer ein deftiges Frühstück im Alten Fährhaus. Als Team bei Hamburg-Berlin zu starten heißt auch als Team anzukommen, will man keine Zeitstrafe riskieren. So war Team-Disziplin gefordert. Zu Beginn hieß es erst einmal warm fahren. Nach den ersten 10 km waren meine Füße trotz Überschuhe kalt und ich versuchte mich abzulenken in dem ich in Gedanken die Bundesländer zählte durch die unsere Tour führen sollte. Ich kam auf 6 Bundesländer. Namentlich Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin. Zugegeben in Hamburg, Schleswig-Holstein und Berlin waren es nur wenige Kilometer aber egal wer fährt schon an einem Tag mit dem Rad durch 6 Bundesländer. Kurze Zeit später wurde ich von Toralf, der an der Spitze fuhr, plötzlich aus meinen Gedanken gerissen. Er musste wegen einer Katze bremsen. Ronald konnte gerade so ausweichen, während ich auf den Grünstreifen fuhr. Sigfried schoss an mir vorbei um sich mit Ronald kurz zu verhakeln. Mit einem kurzen Schubs Schulter an Schulter stießen sie sich gekonnt in die Spur. Da wäre beinahe die Tour beendet gewesen. Nach ein paar Metern ordneten wir wieder unsere Reihe und weiter ging es im Nebel in Richtung Dömitz (km 120), dem einzigsten Kontrollpunkt auf dieser Strecke. Kurz vor Hitzacker (km 100) fiel unser GPS Gerät aus und na ja was soll ich sagen, wir hatten keinen Plan B. Wir sortierten uns in eine uns überholende Gruppe ein und hatten vorerst kein Problem mit der richtigen Route. Da die Streckenwahl nach Dömitz jedem Team frei gestellt war und sich die Gruppen und Einzelstarter immer weiter auseinanderzogen, fuhren wir nicht immer auf der optimalen Strecke. Wie sagt man so schön: Viele Wege führen nach Rom! Nach ca.11 ½ Stunden (Ankunft 18:29 Uhr) und real gefahrenen 294 km kamen wir zwar nicht in Rom aber an unserem Ziel in Berlin-Gatow an. Ich war ziemlich im Eimer und hatte an diesem Tag keine Lust mehr so richtig in die Pedale zu treten. Ronald verstaute unsere Räder und wir ließen die Anstrengung des Tages mit einer schönen heißen Kartoffelsuppe und einem Radler sacken. Und nächstes Jahr Teamzeitfahren über 275km von Hamburg nach Berlin ? Ich bin auf jeden Fall wieder dabei!!
Volkmar Polz
Abtl.Triathlon