10.07.2010 von Oliver Schwandt
Toralf Nützmann hat in seiner Triatlonkarriere am Wochenende
seinen 15. IronMan in der Schweiz erfolgreich absolviert.
Vor genau zwei Wochen beendete Toralf Nützmann von den
Wasserfreunden Brandenburg seinen 15. Ironman in Klagenfurt (Kärnten)
erfolgreich. Er benötigte für die 3,8 km lange Schwimmstrecke 1:17 h,
war 5:44 h über 180 km (1.800 Höhenmeter in den Karawanken) mit dem
Rennrad unterwegs und benötigte für den abschließenden Marathon (42,195
km) 5:08 h.
Insgesamt war der Triathlet aus der Havelstadt 12:28 h (mit
Wechselzeiten) auf der Strecke am idyllisch gelegenen Wörthersee an der
Grenze zu Slowenien unterwegs. Nützmann war in diesem Jahr fünf Minuten
langsamer als 2004, wo er den Wettkampf in Klagenfurt bereits absolviert
hatte. "Ich kenne hier in der Region um Brandenburg weit und breit
keinen anderen Sportler, der so viele Ironmens erfolgreich bestritten
hat", so Holger Jurich, Vorsitzender der Wasserfreunde, Abteilung
Triathlon.
"Ich war immer ein Fan vom Ausdauersport. Es hat mich
unheimlich fasziniert den eigenen Schweinehund zu überwinden.Bereits zu
DDR-Zeiten nahm ich sechs Mal am Rennsteiglauf teil", sagte Nützmann.
Bis heute bestritt er diesen Lauf insgesamt 12 Mal, davon zwei
Wettkämpfe über die 72,2 km, die anderen zehn Teilnahmen waren 45 km
lang. Nach der Wende bestand für ihn endlich die Möglichkeit, ein
Rennrad ohne größere Beziehungen zu erwerben. "In der DDR hatte ich
einen Tourenrad mit Dreigangschaltung, das natürlich nicht
wettkampftauglich war", erinnerte er sich mit einem Lächeln im Gesicht.
1991 begann der 44-Jährige mit dem Triathlontraining, ein Jahr später
folgte der Umstieg als Mitglied des Rathenowers Triathlonteams auf die
Olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) und
1993 bestritt der Havelstädter einen ersten Ironman in Schwerin.
Zwischendurch gab es auch Ausflüge zu anderen Sportveranstaltungen wie
zum Beispiel den Arber-Radmarathon in Regensburg, der eine Streckenlänge
von 250 km aufzuweisen hatte.
2010 folgte ein Wechsel zu den
Wasserfreunden Brandenburg, weil Nützmann viele Sportfreunde in der
Stadt gefunden hatte und es ist deutlich einfacher für ihn, das
Schwimmtraining im Marienbad zu absolvieren als immer in die
Optikerstadt zu pendeln. "Zum Schwimmen bin ich bevor das Marienbad am
2. März 2000 eröffnete dreimal die Woche mit dem Rennrad nach Rathenow
gefahren, nicht selten erst um 22 Uhr im Dunkeln zurück", so der
Rettungssanitäter bei der Johanniter Unfallhilfe. "Damals hatte ich
keine andere Trainingsmöglichkeit, weil ich in der Normalschicht
eingesetzt war."
Mehr als vier Triathlons pro Jahr bestreitet er nicht. Die Wettkampfsaison geht bis Ende September, dann folgt
ein Ruhemonat mit nur drei Einheiten pro Woche bevor im November die
Trainingsvorbereitung beginnt. "In der Regel trainiere ich dann zehn
Einheiten in der Woche, das sind etwa 300 km auf dem Rennrad, 10 km im
Schwimmbecken und etwa 80 km auf der Laufstrecke. Diese Strecken
variieren je nach Jahreszeit. Im Winter wird halt mehr gelaufen als im
Sommer. Nur bei Glatteis setzte ich mich nicht aufs Rad. Auch bei - 6
Grad wird trainiert. Wenn mich dann mal Arbeitskollegen gesehen hatten
wurde ich für verrückt gehalten", fügte Nützmann hinzu. Insgesamt ist er
pro Jahr mit dem Rennrad 10.000 km unterwegs.
Es gab in seiner
Karriere noch nie einen Wettkampf, den er vorzeitig abbrechen musste.
"Mir sind schon Speichen weggebrochen, es gab auch ein paar Plattfüße
aber sonst keine Probleme, die eine vorzeitige Aufgabe gerechtfertigt
hätten", so Nützmann. Und etwas ungewöhnlich für den 1,97 m großen und
85 kg schweren Modelathleten ist die Liebe zum Bergfahren. "Deshalb
bestreite ich auch viele Wettkämpfe in Bayern oder Österreich, weil ich
mich immer gut durchbeißen konnte und diese Herausforderungen einfach
brauche." Ein Ziel für die Zukunft hat der 44-Jährige noch. Er möchte
mal beim „Norseman Extrem“ in Norwegen, dem
härtesten Ironman auf der Welt, dabei sein. "Dort ist der Start eine
Autofähre, aus der man acht Meter in einen Fjord springen muss. Die
größte Herausforderung sind dann aber die 180 km mit dem Rad, die über
3.800 Höhenmeter führen."“ Und wer Toralf Nützmann kennt weiß
genau, auf der Starterliste des „Norseman Extrem“
wird sein Name bald zu finden sein.